Von der Reise nach Mannheim,

oder wie es zu kulinarischen Exzessen und sexuellen Entgleisungen kommen kann.

 

Rollertreffen Mannheim 16. - 17.08.97

 

Angestrebter Starttermin war der Samstag morgen 8Uhr 30 mit einem durch eine kleine Pfläumchenwette untermauerten Versammlungszeitpunkt, festgelegt auf 8 Uhr bei Reifen-Holert.........wo auch sonst. Kernpunkt der Wette war die zu befürchtende Unpünktlichkeit einer gewissen Blondine (deren Name hier ungenannt bleiben soll ) und Ihrer grünen Pest. Durch den Einsatz unlauterer Mittel und das Arbeiten mit allen erdenklichen Tricks, verlor der Schreiber dieses Berichtes eine im Ansatz eigentlich todsichere Wette. Aber naja, man muß auch mal verlieren können.

 

Letztendlich, was erfahrungsgemäß auch nicht anders zu erwarten war, verschob sich die Abreise dann doch noch auf ca. 9 Uhr. Die Fahrt verlief ruhig und ohne nennenswerte Zwischenfälle, was schon alleine deswegen erstaunlich ist, weil der eine oder andere Roller in dieser Saison schon mal meinte er müsse gänzlich den Dienst versagen.

Warum die uns zeitweise anführende Moni den Drang verspürte sich unbedingt auf dieser Fahrt fotografieren lassen zu müssen, ist mir bis heute noch nicht ganz klar. Hätte sie doch wenigstens den Helm abgesetzt.

 

So weit, so gut. Nach den normalen Tankstops und kleineren Pausen erreichten wir dann nach kurzer Irrfahrt durch Mannheim, den gut versteckten Zielfahrtplatz. Bei schönstem Wetter und einer Affenhitze wichen zuerst die dicken Jacken und langen Hosen luftiger Sommerkleidung. Ab jetzt fing das normale Routineprogramm an: Begrüßungstrunk, Imbiß, Begrüßungstrunk, Begrüßungstrunk, Begrüßungstrunk, Begrüßungstrunk,...........................

 

Zwischendrin wurden dann hier und da mal verschiedene Bekannte von befreundeten Clubs begrüßt und der immer wieder heitere Smalltalk abgehalten. Erfreulicherweise zeichnete sich zu diesem Zeitpunkt schon ab, daß die Getränkeversorgung auf dem Campingplatz zumindest teilweise gesichert sein würde. Dies hing damit zusammen, daß unser Ruhrtaler Kollege, Martin Schipper, Geburtstag feierte und dem Anlaß entsprechende Erfrischungsgetränke mitgebracht hatte.

 

Im Laufe des Nachmittags wuchs der Drang in Richtung Campingplatz immer mehr. Unser Aufbruch verzögerte sich jedoch noch etwas durch das ungezügelte Kulturbewußtsein von Ch&Ch. Endlich doch wieder vollzählig, schüsselten wir dann los um tatkräftig am Ziel unsere Wohnburgen zu errichten. Es entstand in kürzester Zeit ein urgemütliches Gelage aus Zelten, Decken, Schlafsäcken und Luftmatratzen.

 

Der Nachmittag nahm in fröhlicher Runde seinen Lauf und wurde zum Abend. Es ließ nicht lange auf sich warten, bis so nach und nach Stimmen laut wurden, die verkündeten sie hätten Hunger. Nach kurzer Beratschlagung wie man diesem wichtigen Problem begegnen könne, war einer unserer zahlreichen Handymen nicht faul und griff zum drahtlosen Fernsprechgerät. Damit begann für einen armen Kerl aus dem Piaggioland ein nicht enden wollendes Horrorszenario. In seiner Pizzaria klingelte das Telefon und ein Haufen irrer Vespafahrer mit Wohnsitz - Campingplatz Mannheim - verlangte nach 25 Pizzen.

Nach anfänglicher Skepsis nahm er dann tatsächlich den Auftrag an. Kaum mit der ersten Ladung eingetroffen, wurde er auch schon von ausgehungerten Wegelagerern angegriffen und seiner kostbaren Fracht beraubt. Drei mal mußte Luigi diese Tortur über sich ergehen lassen, bis auch der letzte hungrige Rollerfahrer satt und mit dickem Bauch auf dem Boden lag. So vollgestopft und träge verspürte die Truppe nun gar keine rechte Lust sich in Richtung Vespaball in Bewegung zu setzen.

 

Es kostete unsere Moni einige Überredungskünste und viel Geduld, bis wir dann doch noch einwilligten den Ballabend mit Hilfe der Mannheimer Strallabahn anzusteuern. Dort war es dank mangelnder Lüftung und tropischer Außentemperaturen so warm, daß wir es nicht sehr lange aushielten. Nur solange, bis wir unseren Pokal für den ersten Platz in der Zielfahrtwertung in Empfang nehmen konnten.

 

Die Heimfahrt zum Campingplatz gestaltete sich dann für einen unserer sexbesessenen Clubcameraden, der hier namentlich nicht genannt werden will - ich hoffe Ihr versteht das -, als Höhepunkt des Abends. Seine schmerzorientierten Phantasien, die mit einer normalen SM-Behandlung nicht mehr erfüllt werden können, fanden jetzt im Rahmen einer völlig abartigen MS-Erziehung bestehend aus Fessel- und Peitscheinlagen, mit zusätzlichem Reiz des öffentlichen Publikums, in der Mannheimer Strallabahn Befriedigung. Keine Angst D. R. aus G., Du kannst Dir unserer Verschwiegenheit sicher sein.

 

Auf dem Campingplatz gab es zum Abschluß des Abends noch den obligatorischen Gute-Nacht-Trunk und dann ging es in die Waagrechte.

Nach einer total ruhigen Nacht in der ich wohl träumte mitten in einer Party zu schlafen und mir einbildetet fremde Menschen säßen unmittelbar an meinem Bett, begann der Tag der Heimreise. Das Lager wurde abgebrochen und verschwand so nach und nach, Stück für Stück in den vielzähligen Gepäckrollen und Topcases. Nachdem auch ich nach einer kreischenden Schlappenattacke den Zeltplatz lebend verlassen hatte, ging es auf direktem Weg in ein gemütliches Frühstücksrestaurant.

 

Da das etwas überforderte und völlig unterbesetzte Personal etwas Zeit brauchte um die Burger, Mac-Ribs und Mac-Muffins herzustellen und auszuliefern, verzögerte sich die Heimfahrt geringfügig. Aber warum auch hetzen? Wir hatten doch Zeit und sind letztendlich alle wieder gesund, mit heilen Knochen und funktionstüchtigen Rollern zu Hause angekommen. Und das ist ja wohl die Hauptsache.

 

Am Abend gab es dann noch ein fröhliches Zusammensitzen inklusive Grillen bei unserem Freund Hartmut im Garten. Ein absolut gelungener Abschluß eines schönen Rollerwochenendes wie ich finde.

Mir hat es wie immer gut gefallen!

In diesem Sinne

 

ENDE

 

LUTZ