Koaxialkabel können einen breiten Frequenzbereich übertragen, daher kann ein Kabel gleichzeitig für 2-Weg-Datenübertragung (z.B. Internet), UKW-Radio und Fernsehen verwendet werden. Mit steigender Frequenz nimmt die ohne Zwischenverstärkung überbrückbare Distanz ab. Kabelfernsehnetze starten daher typischerweise per Glasfaser um so lange Strecken überwinden zu können, um dann in Kundennähe auf Kupfer umgesetzt zu werden. Sehen wir uns nun gezielt an was man mit dem koaxialen Kupferkabel machen kann.
Die typischen Frequenzbereiche (alle Frequenzen in MHz) sind:
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Sat-Steuerung |
Rückkanäle |
Band I |
Radio |
USB-BIII-ESB |
B IV/V |
Sat-ZF |
Erweiterer Downstream |
Erweiterer |
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DC-0,1 |
5-42/65 |
47-68 |
87,5-108 (125) |
(104) 174-470 |
470-862 |
950-2150 |
1250-1950 |
2259-2950 |
Wie man sieht überlappen sich einige Frequenzbereiche, oder sorgen bei gleichzeitiger Nutzung für technische Schwierigkeiten.
Band I wird typischerweise nicht verwendet wo Rückkanäle angeboten werden, um einen komfortablen Schutzabstand zwischen den Signalrichtungen zu ermöglichen. Satellit und Erweiterter (Extended) Up-/Downstream (Hin- und Rückkanal- Bereich) sind auch Dinge die sich überlappen, und so die Entscheidung erforderlich machen was von Beidem man einsetzen will (zumindest wo).
Die 3-Anschluß- Dosen Daten + Radio + Fernsehen (TV) erlauben es nicht nach eigenem Ermessen Satelliten- Signale zu dem hinzuzufügen was man angeliefert bekommt. Typischerweise bekommt man (zumindest) über den Daten-Anschluß 5-65MHz + 125-862MHz, über "Radio" 87,5-125MHz und über "TV" 125-862MHz.
4-Anschluß TV- + Sat-TV- + Daten- + Radio- Dosen dürften wohl eher den Kundenwünschen entsprechen, denn sie erlauben es (wenn man eine geeignete Sat-Umschalter/ Breitbandverstärker- Kombination verwendet) Satelliten- Fernseh- Programme zu dem hinzuzufügen was man über Kabel angeliefert bekommt. Typischerweise bekommt man bei einer solchen Dose (zumindest(*)) am TV-Ausgang 125-862MHz, über den Sat-Anschluß "DC"-0,1+950-2150, den Daten-Anschluß 5-65MHz + 125-862MHz +(unter Umständen) 1250-1950 & 2259-2950MHz und den Radio-Anschluß 87,5-125MHz. (* Es kann durchaus sein, daß an allen Anschlüssen das gesamte Frequenzspektrum anliegt, und der Sat-Anschluß schlicht derjenige ohne Gleichstrom- Abblockung ist.)
Kabel-Modems erreichen 43000kbit/sec Downstream und 10240kbit/sec Upstream, wobei ist freilich eine Entscheidung des Kabelnetz- Betreibers ist welche Maximal-Bandbreite dem einzelnen Kunden eingeräumt wird. Es ist ein Gerücht, daß es erforderlich wäre das Kabelnetz auf 850MHz aufzurüsten, um den Internet- Zugang über es zu ermöglichen. Wenn man aber das Netz für Rückkanäle ausbaut, ist es schlicht logisch bei dieser Gelegenheit auch gleich noch den nutzbaren Frequenzbereich zu erhöhen, was zum vorgenannten Mißverständnis geführt hat. Wenn man schlicht Internet + TV von seinem Kabel-Fernseh-Anbieter nutzen will, und er es wirklich in der betreffenden Gegend anbietet, ist Alles was man braucht ein Rückkanal- tauglicher Verstärker (falls man einen Verstärker braucht) und eine geeignete Anschlußdose. Ok-ok, wenn die Kabel vom Typ her ungeeignet sind, oder beschädigt wurden, müssen auch sie ausgetauscht werden (was ansich wohl auch ohne den Rückkanal- Ausbau erforderlich wäre), weshalb viele Kabelfernseh- Anbieter von Anfang an darauf hinweisen, oder gar generell die Kabel in den Häusern austauschen wenn an ihnen gearbeitet wird. Wenn man sieht das Koaxial Kabel für Datenübertagungs- Zwecke Verwendung finden kommt man natürlich auch auf die Idee, daß dies ebenfalls die Lösung für den Aufbau eines hausinternen Netzwerks sein könnte. Oft ist bekanntlich die Verlegung weiterer Kabel nicht durchsetzbar. Da im Falle der Datenübertragung über das Breitbandkabel die Daten-Richtungen auf unterschiedlichen Frequenzbändern betrieben werden, reich es nicht nur Kabel-Modems zu kaufen. Man braucht vielmehr ein Gegenstück für sie: einen entsprechenden “Headend Broadband Access Router" für das Kopfende, der empfängt wie die Modems senden, und sendet wo die Modems empfangen. Außerdem will man natürlich eine symmetrische Bandbreite, wohingen 10240kbit/sec Upstream, 43Mbit/sec Downstream dann leider bedeutet, daß im privaten Network nur eine typische 10Mbit/sec-Ethernet Teilnehmer<>Teilnehmer Nutz-Bitrate zu erzielen ist, während man viel lieber eine Bitrate in der Größenordnung von 100Mbit/sec hätte. Es ist zu hoffen, daß zumindest ein Hardware- Hersteller Kabel- Modems und die Gegenstücke für sie anbietet, welche es erlauben private Netzwerke mit einer symmetrischen Bandbreite von mindestens 43Mbit/sec aufzubauen. Wenn der Kabelfernseh- Anbieter einen Internet-Anschluß über sein Kabel anbietet, wenn man bereits sein eigenes LAN über sein privates “TV”-Kabel Netzwerk errichtet hat könnte der Aufbau wie folgt aussehen: Kabel-Anbieter == Kabel-Modem <> Firewall/Router <> privater Headend Broadband Access Router === Kabel-Modems. Dies bedeutet, daß es kein echtes Problem bedeutet das “TV-Kabel” für Private Netze anzuwenden wo auch die Kabelfirma auf als Internet-Provider tätig ist. Man muß lediglich darauf achten, daß das Uplink-Signal der Modems des hausinternen Netzwerkes nur ihr Gegenstück erreichen, und nicht das des ISP’s. Dies ist recht einfach und preiswert zu erreichen, indem man einen preiswerten (not Rückkanal-tauglichen) Kabel-TV-Verstärker und ein Notch- Filter an der richtigen Stelle einbaut. Dieses System, mit dem privaten Headend-Router kann sogar die preiswertere Lösung sein, da es erlaubt seinen eigenen großen Sat-Multiswitch zu behalten, und nur ein paar ‘Kleinigkeiten’ zu ergänzen, wenn der Kabeldienstleister sein Netz für Internet ausbaut.
Eine Zuordnung von Kanalnummern zu Frequenzen gibt es z.B. auf http://Wir-Warten.de/info/BreitbandKabel/.
http://KarlKramer.de/tips/Network/Kabelmodem.html ©14.Juli 2002 Karl Kramer