Karl's Rebreather Page

Kreislauftauchgeräte, Sauerstoff, Nitrox, Trimix & Heliox FAQ

Willkommen im Kreislauftauchgeräte, Sauerstoff, Nitrox, Trimix & Heliox FAQ,
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  1. Diese Seite enthält nur Themen die in wenigen Sätzen diskutiert werden können, weitere Texte finden Sie im Kreislauftauchgeräte Index. Jene Themen die auch für das offensystemische Nitroxtauchen relevat sind wurden in das Nitrox-FAQ ausgelagert.
     
  2. > Ist das Rebreather- Tauchen wirklich fast geräuschlos,
    > und wenn ja bei welchem Geraet?

    Ja, es ist sehr leise, fast schon geräuschlos, geschlossene Kreislaufgeräte sind idR leiser als halboffene Kreislaufgeräte, die aber zumeist auch reichen um deutlich bessere Tierbeobachtungs- Erfolge zu erzielen als mit offensystemischen Tauchgeräten.
     
  3. > Wenn die Tauchtiefen tiefer als 40m liegen sollen ist es mit
    > einem SCR möglich oder kommt dann nur ein CCR in Frage?

    Es gibt auch halboffene Kreislauftauchgeräte (SCR's) für Tauchtiefen von mehr als 40m Tiefe, jedoch sind diese nicht sehr weit verbreitet. Das Problem liegt darin das bei halboffenen Geräten mit zunehmender für den Tauchgang geplanter Einsatztiefe (zumeist in Stufen) mehr Speisegas pro Zeit verbraucht wird. SCR's werden also mit steigender geplanter Tauchtiefe immer ineffizienter, während bei geschlossenen Kreislauftauchgeräten der Gasverbrauch auf der Tiefe (von Tarier- und Spülverlusten abgesehen) nicht von der Tauchtiefe abhängt.
     
  4. > Ist die Redundanz immer durch ein zusätzliches OC Gerät
    > ausgeführt? Ich habe natürlich schon von Speziallösungen für
    > Höhlentauchen gehört.

    Das kommt auf das Gerät an, es gibt Geräte für Nullzeittauchgänge, wo der Tauchpartner die Redundanz trägt, spich wo es einen OC-Automaten am Speisegas des Gerätes gibt.
    Es gibt Geräte die haben reichlich Speisegas auf dem Rücken, z.B. zwei 20l-Flaschen, also kein Problem mit dem Anschluß eines OC-Automaten und es gibt Geräte die kommen als Nullzeitgeräte, können aber zu sehr mächtigen Geräten umgebaut werden.
    Man sollte auch bedenken das die inhärente Sicherheit der unterschiedlichen Rebreather-Modelle stark von einander abweicht, z.B. sind Geräte die keine großen, unter Wasser entleerbaren Wasserfallen aufweisen für Tauchgänge außerhalb der Nullzeit wohl eher ungeeignet.
     
  5. > Lohnt es sich in unseren kalten Gewässern ueberhaupt,
    > da die Tauchzeit bisher bei mir eher durch die Kälte beschränkt ist.

    Das kommt darauf an wozu man den Kreisel einsetzt. Gegen die Kälte hilft er auch ganz gut, aber man hat ja zumeist andere Gründe ein Kreislauftauchgerät zu verwenden, z.B. Naturbeobachtung.
     
  6. > Wird das Kreislaufgerät auch hauptsächlich zum normalen
    > Sporttauchen oder meist nur von Spezialisten für Video, Photo, Höhlen,
    > Wracks etc. verwendet?

    Kreislauftauchgeräte sind hauptsächlich eine Domäne für missionsorientierte Sporttaucher, wie z.B. UW-Filmer.
     
  7. > Wie aufwendig ist es ein Kreislaufgerät mit in den Tauchurlaub
    > zu nehmen, bzw. ist die Organisation der benöetigten Gase und
    > Kalk vor Ort möglich.

    Es gibt Support-Basen, oder die Möglichkeit einfach selber Alles mit zu nehmen. Wenn man mit dem PKW in's Wochenende fährt, oder mit dem Kleinbus in Urlaub, dann ist Kreislaufgerätetauchen logistisch auch nicht problematischer als Preßlufttauchen ohne Basis.
     
  8. > Als Ausbildungsorganisation ist mir nur die RAB bekannt,
    > gibt es auch noch andere.

    Ja, es gibt etliche Organisationen zu deren Tätigkeitsfeld das Kreislauftauchgerätetauchen gehört z.B. IANTD, PAN und TDI, wobei diese Liste zwangsläufigerweise unvollständig ist da immer mehr Organisationen über Kreislauftauchgeräte- Instruktoren verfügen. Welche Organisation auf welchem Gerät schult erfährt man am einfachsten bei den Herstellern der Geräte.
     
  9. > Wo kann man das favorisierte Geraet vor dem Kauf mal
    > ausprobieren ?

    Der Hesteller des Gerätes sollte ansich eine Liste aller auf einem Gerät schulenden Ausbilder haben. Diese Tauchlehrer kann man fragen, ob sie auch derartige Probetauchänge anbieten.
     
  10. > Sollte der Tauchpartner auch mit einem Kreislaufgerät tauchen.
    > Tauchzeiten - Deko - Problemloesung?

    Ja vorzugsweise, es gibt aber auch spezielle Schulungen für Tauchpartner von Kreislauftauchgerätetauchern, damit diesen die Eigenheiten der Kreislauftauchgeräte klar sind.
     
  11. > Ist es sinnvoll abwechselnd mit Kreislauf und offenem System
    > zu tauchen. (moegliche Umstellungsprobleme z.B. mit dem Tarieren)

    Viele Kreislauftauchgeräte- Taucher wollen nicht mehr offensystemisch tauchen, für sie erübrigt sich diese Frage. Verlernt wird das offensystemische Tauchen beim Kreislauftauchen nicht, es verliert nur oft deutlich an Attraktivität, sobald man vergleichen kann.
     
  12. > Sollte eine Ausbildung in Kalten Gewässern, bzw. besser im
    > warmen Meer erfolgen. Gibt es Unterschiede bei den Geräten
    > aehnlich einem kaltwassertauglichen Automat.

    Es hat gewisse Vorzüge den Kurs dort zu machen wo man mit anderen Kreislauftauchgeräte- Tauchern noch etliche weitere TG's mit dem Gerät machen kann, dies kann im Ausland, aber eben auch im heimischen Raum sein.
    Die Unterschiede liegen weniger im Bereich warmes / kaltes Wasser, sondern in der Eignung für die Bereiche Nullzeit / Deko / Höhle / Tauchzeit. Ein Rebreather mit 2*20l Speisegas-Flaschen ist weniger gut für Nullzeit geeignet, einer der vergeleichsweise laut ist ist weniger gut zur Naturbeobachtung geeignet, usw.
     
  13. > Was sind die wichtisten Punkte bei der Auswahl eines Geraets?
    > Es gibt ja unterschiedliche Systeme und doch auch einige Hersteller.

    Man muß wissen welche Tauchgänge man machen möchte und sich danach das Gerät aussuchen. Viele Kreislauftauchgerätetaucher haben mehrere unterschiedliche Geräte, teils aus Sammelleidenschaft, teils aber auch weil sich ihre Tauchgänge mit steigender Rebreather- Erfahrung gewandelt haben und so ein anderes Modell besser dafür geeignet war.
     
  14. > Ich habe gelesen Nitroxhätte eine geringere narkotische Wirkung als Luft,
    > ist es ein Spezialgas für tiefe Tauchgänge ?

    Nein, nur auf gemäßigten Tiefen von bis zu 40m ist es sinnvoll Nitrox zu atmen.
    Unter erhöhtem Teildruck wird Sauerstoff toxisch. Mehr zu jenem Thema finden Sie auf der Nitrox-Seite.
     
  15. > In welche Tiefe kann man mit einem Sauerstoff-Kreislaufgerät
    > (auch 'Rebreather' genannt) maximal tauchen?
    >
    > Wie lange hält erfahrungsgemäss eine kleine Sauerstoffflasche (ca. 1Liter) ?
    >
    > Wie bemerkt man eine CO2-Vergiftung bei Ausfall des Kreislaufs
    > oder einer Alterung des Atemkalks ?

    Bei den Kreislauftauchgeräten (Rebreathern) gibt es solche bei denen nur eine Flasche mit reinem Sauerstoff vorhanden ist und solche die auf Gasgemische wie Nitrox, Heliox und Trimix setzen. Die zulässige Tiefe hängt von dem verwendeten Atemgas und der Zeit ab die man tauchen möchte. Um gängige Werte aufzuzeigen: das Dräger Atlantis/Dolphin ist vom Werk für Tauchtiefen bis 40m vorgesehen, das Buddy-Inspiration ist auch für Heliox- und Trimix- Tauchgänge konzipiert.
    Selbstverständlich solltest Du nur mit solchen Tauchgeräten tauchen für die Du einen gültigen Tauchschein hast. Die Informationen auf dieser Website dienen nur als Vorabinformation, damit Du Dir ein ungefähres Bild davon machen kannst welches Gerät für Dich das geeignetste ist, sprich welche Kurse für Dich wahrscheinlich die sinnvollsten sind.

    Ein typischer Wert für den Sauerstoff- Verbrauch bei geschlossenen Geräten ist das man mit 100bar*l in der Regel eine Stunde oder länger auskommt, dieser Wert versteht sich inklusive der 'Verluste' durch Spülen und mehrfaches Wechseln der Tiefe.

    Man verwendet den Atemkalk nicht bis zum Einsetzen von Symptomen der CO2-Vergiftung, wenn sie in Folge eines Defektes oder einer Fehlbedienung dennoch auftritt, so kann sie sich beim Kreislauftauchgerät gründlich von den Beschreibungen unterscheiden die von normobarer Luft ausgehend gemacht werden. Berauschtheit und Kraftlosigkeit sind m.W. bei CO2-Vergiftung ohne gleichzeitigen Sauerstoff-Mangel wahrscheinlicher als andere Symptome.
     

  16. > Ich habe einen Taucher gesehen, der einen normalen R5/8"-DIN Anschluß für Nitrox
    > verwendete, soll ich dies auch tun und so meinen normalen Lungenautomaten direkt
    > für Nitrox oder reinen Sauerstoff verwenden ?

    Nein, blos nicht ! Seien Sie nicht so unvorsichtig Ihre normalen, für Luft gedachten Ventile und Lungenautomaten für ein anderes Gas zu mißbrauchen. Mehr hierzu finden Sie auf der Gas-Code Seite.
     
  17. > Hi, kann ich meine Sauerstoff-Sensoren an der Oberfläche
    > mit reinem Sauerstoff (1bar ppO2) kalibrieren,
    > und dann mit einem Sollwert von 1.6bar ppO2 tauchen?

    Vorsicht, daß dies mit neuen Sensoren zumeist wunderbar funktioniert ist keine Garantie dafür, das sich dies nicht im Rahmen der Alterung ändert. Wenn Sensoren altern, läßt die Linearität der Ausgangsspannung nach und die Steigung Kurve verringert sich mit im Bereich hoher Partialdrücke. Sie werden also oberhalb des Kalibrierungspunktes niedrigere Partialdrücke angezeigt bekommen als in Wirklichkeit herrschen. Schlimmstenfalls sind alle 3 Sensoren gleich alt, zeigen das selbe falsche Ergebnis an (was relativ unwahrscheinlich ist) und lassen so den ppO2 auf einen Wert ansteigen den Sie nicht beabsichtigt hatten.
    1.6bar ist ein relativ hoher Sauerstoff-Partialdruck, wenn er für den gesamten Tauchgang konstant gehalten wird kann dies zum die Tauchzeit begrenzenden Faktor werden. Ich würde vorschlagen einen ppO2-Sollwert von 1.0bar einzustellen (Vorsicht: denken Sie an die EAD, ich bin jemand der lange flache Tauchgänge bevorzugt) und mit reinen Sauerstoff in flachem Wasser (oder in der Prüfkammer) zu testen ob die Anzeige oberhalb des ppO2-Sollwertes, mit dem Sie tauchen möchten, noch linear ist, z.B. sollte Sie ~1.6bar ppO2 in 6m ablesen können.
     
  18. > Ich habe ein Buddy Inspiration, kann ich die "Diluent" (Füllgas) Flasche
    > mit reinem Helium befüllen und so besonders tiefe Tauchgänge machen ?

    Nein, Finger weg !
    #1 Sie sollten immer nur das tun wozu Sie ausgebildet sind.
    #2 Ihr "Diluent" ist auch Ihr "Bailout" (Reserve System), daher muß es atembar sein,
         es sollte m.E. also mindestens 10% O2 enthalten.
    #3 Denken Sie an die Dekompression und
         tauchen sie nur in dem Rahmen den Ihre Sicherheits- Logistik erlaubt.
     
  19. > Ist Heliox-Rebreather Tauchen eine teure Schwarze Magie ?

    Nein, keine Sorge. Ok, Sie brauchen eine besondere Ausbildung dafür, aber die laufenden Kosten sind nicht sehr viel höher, als wenn Sie Ihr CCR als Nitrox-Rebreather einsetzen würden. Selbst die Deutschen Helium-Preise, die erheblich über denen in den USA liegen, machen Heliox nicht unbezahlbar, wenn man ein CCR hat. Eine Füllung einer 50 Liter 200 bar Speicher-Flasche mit Heliox16 kostet in Deutschland ungefähr 200Euro und sollte für mehr als 20 CCR-Tauchgänge reichen.
    Mit Heliox zu tauchen ist alles andere als Schwarze Magie, es ist ein verantwortungsbewußter Weg mit dem Problem der Stickstoff-Narkose umzugehen. Allerdings braucht man eine entsprechende Ausbildung, Helium Dekompressions-Tabellen und man sollte weise genug sein den HPNS-Tiefenbereich zu meiden.
     
  20. > Ich bemerkte keinen Auskühlungs Unterschied zwischen Trimix and Heliox,
    > ich nehme an das liegt an der Wärmeproduktion im Atemkalk.

    Sie haben gerade den Wärme-Kapazitäts Druckfehler einiger alter Bücher gefunden
    Helium hat eine deutlich höhere Wärmekapazität pro Masse, aber man atmet pro Liter,
    bei einem gegebenen Drück also pro Mol (1mol=22,4bar*Liter), und dabei hat Helium eine geringere Wärmekapazität als Stickstoff oder Sauerstoff.

    Cp (He)=20,9 Joule/(mol*Kelvin)
    Cp (N2)=29,0 Joule/(mol*Kelvin)
    Cp (O2)=29,3 Joule/(mol*Kelvin)

    In für Taucher üblicheren Maßeinheiten:
    Cp (He)=0,933 Watt*sec/(bar*Liter*Kelvin)
    Cp (N2)=1,295 Watt*sec/(bar*Liter*Kelvin)
    Cp (O2)=1,308 Watt*sec/(bar*Liter*Kelvin)

    Helium ist allerdings ein guter Wärmeleiter, als Füllgas für den Trockentauch-Anzug ist es also reichlich ungeeignet.
     
  21. > Ich habe gerade den Tauchschein gemacht (CMAS *)
    > und bin von der Idee des Kreislaufgerätetauchens fasziniert.
    > Ich möchte mir ein solches Gerät anschaffen und suche nach Empfehlungen.

    Für das Kreislaufgerätetauchen ist mehr erforderlich als ein Schnellkurs oder das Überfliegen der Bedienungsanleitung. Es kommt auch darauf an das Wartung und Pflege jedes Details volle Aufmerksamkeit erfahren, also niemals geschludert wird. Es kommt auf ein gutes Feingefühl für Mechanik an: Etwas   zu fest, zu lose, verkantet, falsch herum etc. zu montieren darf einfach nicht vorkommen. Der Kreislaufgerätetaucher muß unter Wasser jede Nuance der Funktion seines Gerätes beachten. Jeder Handgriff muß kontrolliert erfolgen, um z.B. falsche Gaswechsel sicher zu vermeiden. Wie die Psychische im Falle eines Problems reagiert ist extrem wichtig. Man darf kein Tagträumer sein und auch nicht sich rein auf eine Sache konzentrieren (man muß auch beim Filmen weiter auf sein Tauchgerät achten).

    Solche Dinge können kaum gelehrt werden und sind zum Anderen auch schwer bei Schnellkursen zu überprüfen (eine gewisse Zeit kann sich Jeder zusammenreißen), aber sie sind ein sehr wichtig wenn es um den sicheren Umgang mit Kreislauftauchgeräten geht.

    Du solltest Dir Gedanken darüber machen was Du mit dem Kreislauftauchgerät vorhast um so herauszufinden welches das für Dich am besten geeignete ist. Es gibt kein Kreislauftauchgerät das für jede Anwendung das Optimum ist, es macht einen Unterschied ob man ein Leichtgewicht braucht und 6m eh' mehr als genug sind, man ein Gerät für Nullzeittauchgänge im 0-30m Bereich sucht, es auf "blasenfreies" Tauchen im Trimix-Bereich ankommt oder ob man etwas speziell für das Höhlentauchen sucht.

    Ich halte es für die beste Idee nach einer lokalen Gruppe zu suchen die genau solche Tauchgänge durchführt wie man sie selber machen möchte, von der man lernen und mit der man weiterhin tauchen kann.

    Der Weg zum Kreislaufgerätetauchen sieht z.B. wie folgt aus (siehe http://pan-tec.de):
      o   OWD/* +30Tauchgänge
      o   Nitrox-Diver (inklusive AOW/**)
      o   Rebreather Diver (Typ spezifisch) + 20 Rebreather- Tauchstunden
      o   advanced Rebreather Diver (Typ spezifisch)

  22. > Ich möchte ein Kreislauftauchgerät kaufen, habe aber in einer Tauchzeitschrift gelesen
    > eine gute Feintarierung ohne Benutzung Hände sei damit unmöglich.
    > Was kann ich nun machen, ich wollte das Gerät zum Filmen verwenden ?

    Keine Sorge, Ihr erster Schritt, vor der Anschaffung eines Kreislauftauchgerätes besteht darin eine Ausbildung zum Kreislauftauchgeräte-Taucher zu absolvieren. Fragen Sie also einfach welcher Ausbilder Sie auf welchem Kreislauftauchgerät darin ausbilden kann ohne Benutzung der Hände eine Feintarierung durchzuführen. Ich beherrsche diese Übung zum Beispiel auf LAR5, Atlantis-1/Dolphin, FGT-1 und IDA-71, außerdem habe ich ein Zubehörteil entwickelt das eine freihändige (fein-) Tarierung bei ECCR-Rebreathern wie dem Buddy-Inspiration ermöglicht.
     
  23. > Ich habe in einer Tauchzeitschrift gelesen das es bei der Verwendung
    > gebrauchten Atemkalks zu Sauerstoffmangel (Hypoxie) kommen kann,
    > stimmt das ?
     
    Nein, sofern halboffene (SCR) oder elektronisch gesteuerte geschlossene Kreislauftauchgeräte (ECCR) gemeint sind, ist dies definitiv falsch.
    Bei Naszogen- Geräten, deren Betriebschemikalie (die CO2 aufnimmt und O2 entwickelt) allerdings nicht als Atemkalk bezeichnet wird, sowie auch nach schlechter Einspülung in jene Kreislauftauchgeräte die ausschließlich mit reinem Sauerstoff betrieben werden (O2CCR), wäre dies zwar möglich, aber jene Fälle waren sicher nicht gemeint.
    Es gibt allerdings dennoch überaus gute Gründe bei allen Kreislauftauchgeräten genau auf die Einhaltung der Bedienungs- Vorschriften bezüglich Atemkalk zu achten:
    1) es gibt Geräte die undicht werden können, wenn sie zu lange mit gefülltem Kanister
        gelagert werden, was später, auch mit frischem Atemkalk, zu Wassereinbruch in
        diesen und so auch zu CO2-Vergiftung (Hyperkapnie) führen kann.
    2) Atemkalk ist der CO2-Absorber, ist er erschöpft führt dies zu Hyperkapnie,
        diese kann sich auch als Rausch- oder Schwächezustand äußern und so sehr
        heimtückisch sein. Es kann sein das man dann zwar in der Lage wäre noch eine
        Westenflasche zu öffnen, aber nicht mehr einen Inflator hinreichend lange zu
        drücken, wenn man die Investition in die Westenflasche versäumt hat.
    Man sollte also keinesfalls versuchen durch Überziehen der Kalkwechsel- Intervalle zu sparen, sondern nur durch Kenntnis der Preise und durch Sammelbestellungen. Stand Sommer 1999 kostete Atemkalk der besten Qualität bei großen Sammelbestellungen (Abnahme einer kompletten Palette), inklusive deutscher Steuern, um die 3.5 Euro pro Kilogramm, also kein Grund zum Sparen am falschen Fleck, gerade wenn man auch die anderen Kostenfaktoren des Tauchens betrachtet.
     
  24. > Ich habe in einer Tauchzeitschrift gelesen das SafeAir
    > die Bezeichnung für ein Nitrox mit 50% Sauerstoff wäre,
    > stimmt das ?
     
    Nein, SafeAir® ist ein geschütztes Warenzeichen, erfunden von Ed Betts (ANDI).
    Unter dieser Bezeichnung wird, von denjenigen die sie verwerten dürfen, Nitrox mit 22-50%Sauerstoff-Anteil, das bestimmte Qualitäts- Anforderungen erfüllt, vertrieben.
     
    Man sollte auch aufpassen das man EAN50 (also Nitrox mit 50%Sauerstoff-Anteil) nicht als 50/50 bezeichnet, um Verwechslungen mit einem Trimix aus 50% Luft, 50% Helium, sprich (leicht gerundet) HeliAir10/50, von Anfang an zu vermeiden.
     
  25. > Ich habe in einer Tauchzeitschrift gelesen das die Gefahren
    > geschlossener Kreislauftauchgeräte für Sporttaucher noch zu groß sind,
    > sind diese Geräte wirklich noch so unzuverlässig ?
     
    Nein, es gibt lediglich Verbände oder Franchise- Systeme die ihre Zielgruppe nicht auch im derart gehobenen Bereich der Tauchausbildung sehen. Geschlossene Kreislauftauchgeräte verlangen ein sehr viel höheres Maß an Wissen, Training und Disziplin als dies beim offensystemischen Tauchen derzeit Durchschnitt ist. Manche wählen als Vergleich Gleitschirm (für Preßluft-) und Jet im Instrumenten- Flug (für geschlossene Kreislauf- Tauchgeräte). Jets im Instrumentenflug sind nicht gefährlicher als Gleitschirme, wenn die Crew stimmt.
    Du solltest Dir also wirklich gut überlegen was Du vorhast, Deine eigene Disziplin (auch bezüglich des regelmäßigen Trainings) richtig einschätzen und dann einen guten Ausbilder, mit reichlich Erfahrung auf dem betreffenden Gerät, suchen.
    Einen Ausbilder für den der jeweilige Rebreather etwas Besonderes, und nicht sein übliches Tauchgerät, ist würde ich nicht empfehlen.
     
  26. > Ich habe in einer Tauchzeitschrift gelesen das beim Tauchen mit Nitrox
    > die Entsättigung problematisch ist weil bei Nitrox der Stickstoff- Partialdruck
    > auch an der Wasseroberfläche geringer ist als bei Preßluft und ich daher dort
    > schnellstmöglich auf Luftatmung wechseln sollte. Stimmt das ?
     
    Wäre das richtig, könnte man nicht so erfolgreich in der Behandlung von Dekompressionsunfällen auf Tabellen wie die COMEX30, sprich größtmögliche Differenz zwischen Stickstoff- Partialdruck im Körper und im Atemgas, setzen.
    Sprich: der Autor dies Artikels hat wohl etwas gründlich mißverstanden.
    Wenn es um die Gefahr des Ausperlens geht, so kommt es auf den Inertgas-Druck im jeweiligen Gewebe und den Umgebungsdruck an. Durch Erhöhung des Sauerstoff- Anteiles eine Senkung des Inertgas- Druckes im Atemgas zu erzielen bedeutet keine Gefahr in Sachen Dekompression, ganz im Gegenteil, daher ist O2-Gabe bei Dekounfällen eine EH-Maßnahme.
     
  27. > Warum schreibst Du immer ppO2 und nicht PO2 ?
     
    Weil PO2 die chemische Summenformel von Phosphinat ist, während bei ppO2 wohl nicht nur aus dem Kontext heraus zu verstehen ist das "Partial Pressure of Oxygen" (Sauerstoff Teil-Druck) gemeint ist. Phosphor-Verbindungen sind im Bereich Umweltschutz- Süßwasser überaus relevant.
     
  28. > Warum soll ich vor dem Tauchen nicht Joggen etc. ?

    Weil des durch Triggerung von Blasenkeimen, z.B. durch erhöhte Strömungsgeschwindigkeit des Blutes an sklerotischen Ablagererung, und durch Kavitationseffekte in Gelenkspalten zur Bildung von Mikroblasen/ Blasenkeimen kommt und so die Wahrscheinlichkeit beim anschließenden Tauchgang einen Dekompressionsunfall zu erleiden ansteigt. Laut Auskunft eines an einer einschlägigen Studie beteiligten Arztes wurden Microblasen auch bei Nichttauchern nachgewiesen. Ein andere Mechanismus ist die Flüssigkeitsverlagerung in die Muskulatur bei Anstrengung, letzlich eine Art innere Dehydration.
    Die Frage warum vor dem Tauchgang möglichst kein Sport betrieben werden soll betrifft natürlich nicht nur das Tauchen mit Kreislauftauchgeräten.
     
  29. > Kann ich über mein Atemminutenvolumen (z.B. 15 Liter pro Minute) direkt
    > meinen Sauerstoffverbrauch berechnen, wenn ich davon ausgehe,
    > daß der Kürper 4% des angebotenen Sauerstoffs verbraucht?
    >
    > Konkrete Anwendung findet diese Überlegung für die Berechnung
    > (Abschätzung) des O2 - Prozentsatzes im Einatembeutel.
    > Das Argument, daß man diesen Prozentsatz ja messen kann, lasse ich nur bedingt gelten,
    > da sich nicht jeder zB den Oxy von Uwatec leisten will um mit dem Atlantis, Dolphin, etc.
    > ein paar Genuß - TG´s zu machen.
     
    Hi, Dein Körper verbraucht nicht etwa 4% des angebotenen Sauerstoffs, sondern der Literaturwert bedeutet, daß der durchschnittliche Mensch bei 0,21bar ppO2 unter durchschnittlichen Bedingungen so atmet, daß seine Ausatemluft rund 0,04bar CO2 enthält. Unter Arbeit, Streß etc. oder bei anderen Sauerstoff- Partialdrücken sowie von Person zu Person schwankt dieser Wert jedoch zum Teil erheblich, man sollte sich also nicht darauf verlassen.

    Bei Personen die man als CO2-Retainer bezeichnet nimmt das Atemminutenvolumen bei ansteigendem Sauerstoff-Partialdruck stärker ab als bei anderen Menschen.

    Ich halte es für keine gute Idee auf Sicherheitseinrichtungen, wie z.B. UW- Sauerstoffpartialdruck- Anzeigen bei halbgeschlossen Kreislauftauchgeräten, zu verzichten.
     
     

  30. > Macht es eigentlich Sinn, mit einem Atemkalk mit Farbindikator
    > zu arbeiten? Damit man beim Öffnen des Scrubbers sieht ob es knapp war?
    > Oder wird beim Atemkalk generell mit einer sehr großen Sicherheitsmarge gefahren?
     
    Ein Farbindikator macht wenig Sinn, da alle bisher bekannten Indikatoren dazu neigen sich wieder zu 'entfärben', sowie auch bei Kontakt mit Meerwasser schnell farblos werden. Die Sicherheitszuschläge sind außerdem nicht dazu da sie wieder auszubauen, sondern dazu auch im Falle einer hohen Arbeitsleitung o.Ä. für Sicherheit zu sorgen.
     
  31. > So wie ich das sehen, gibt es wohl bei leerer Diluent-Flasche
    > keine Rettung mehr, da Auftrieb und Bailout versagen und mit dem
    > Westenautomat wohl keine vernuenftige Luftspende moeglich ist.
     
    Beim Inspiration gibt es (selbst falls man es ohne die Westenflasche taucht), bei leerer Dil-Flasche noch die Selbstrettungs-Möglichkeiten Zum Thema Gasspende:
    ich habe mal gesehen wie ein Tauchanfänger am Ende des Tauchganges, direkt unter dem Boot, sich vertariert hat und den Hang bis auf 20 oder 30m herunterpurzelte. Unten aufgefangen bekam er von seinem Tauchpartner dessen Longhose und saugte sich im senkrechten Aufstieg die rund 1500bar*l welche noch im Gerät des Tauchpartners waren heraus ! Wer also den Worst-Case einkalkuliert und nicht in der Lage ist einen "Free-Escape" durchzuführen, der muß auch bei NDL- und near-NDL-TG's im Bereich bis 40m am Ende des Tauchganges mindestens 2000bar*l im Gerät haben.
    Beim Inspiration gibt es die Möglichkeit Stages anzukoppeln oder die andere Rückeneinheit zu verwenden, welche die freie Auswahl bezüglich der Bestückung ihrer vier Montageschienen für Flaschen läßt.
     
    Beim Inspiration kann man den Tauchpartner nicht nur über den Lungenautomaten an der Weste (vollwertig, aber eben am Faltenschlauch) am eigenen Dil. teilhaben lassen, sondern man kann ihm auch leicht Dil- oder O2 für den Loop überlassen, wenn man dies nicht durch die eigene Konfiguration erschwert hat.
     
  32. > Ich bin Tauchshopbetreiber und finde die technischen Daten
    > mancher Dekocomputer ein wenig widersinnig:
    > 22- 50% Nitrox, Einsatztiefe 150 mtr. !!?? Bis 150 mtr. dicht ??
    > schaltet unterwegs in einen Tiefenmesser-Modus um, oder wie ??
    > und dann ?? Wo liegt der tiefere Sinn ??
     
    Hi,
    man kann Dekoanzeigen ignorieren, wenn man weiss das sie unsinnig sind, weil man gerade Trimix taucht. Es ist realtiv üblich die Compies auf z.B. EAN50 zu stellen und dann Trimix nach Tabelle, mit dem Compy als Trackingdevice, mit den Zusatzfunktionen Tiefenmesser+Runtimer, zu fahren. Solange das Teil nicht etwa piepst ist Alles im grünen Bereich, denn das Piepsen ist ein Störfaktor und damit eine Gefahrenquelle.
    Das Tauchcomputer, Taucheruhr, Taucherlampe, UW-Kameragehäuse auch auf 150m nicht nur dicht sind sondern uneingeschränkt funktionieren halte ich für ein wichtiges Auswahlkriterium, schließlich ist diese Tiefe durchaus realistisch für fortgeschrittene "Sporttaucher" mit Trimix-Schein, und für alle anderen Taucher sind robuste Gerätschaften ebenfalls von Vorteil.
     

 Kreislauftauchgeräte-Index

 

http://Rebreather.de/rebreather/faq.html © Karl Kramer, 09.10.1998