Karl's Nitrox Seite
Nitrox FAQ
Willkommen im Nitrox FAQ,
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- Diese Seite enthält nur Themen die in wenigen Sätzen diskutiert werden können, weitere Texte finden Sie im Nitrox Index sowie im Kreislauftauchgeräte-FAQ.
- > Ich habe gelesen
hätte eine geringere narkotische Wirkung als Luft,
> ist es ein Spezialgas für tiefe Tauchgänge ?
Nein, nur auf gemäßigten Tiefen von bis zu 40m ist es sinnvoll Nitrox zu atmen.
Unter erhöhtem Teildruck wirkt Sauerstoff toxisch. In den Kapiteln "Der Einfluß des Sauerstoff-Partialdrucks auf die Atemanhaltezeit" und "Medizinische Aspekte des Tauchens mit Nitrox" steht mehr zu diesem Thema.
- > Wie ist das mit den Nitrox-Tiefenlimits,
> kann ich diese zur Selbst- /Partnerrettung überschreiten?
Ja, natürlich, tiefer zu tauchen, als sich aus den ZNS-Tox Grenzwerten ergibt, bedeutet zwar ein deutlich erhöhtes Risiko, aber es ist durchaus möglich mal kurz ein paar Meter tiefer zu tauchen, um so das eigene Leben oder das des Tauchpartners zu retten.
- > Reicht es ein Sauerstoff-Messgerät mit Luft zu kalibrieren?
NEIN ! Alterungsbedingt kommt für jede Sauerstoff-Sensor Brennstoff-Zelle irgendwann der Tag, ab dem sie im für Nitrox-Taucher interessanten Bereich, durch Plateaubildung, falsche Werte anzeigt. Daher müssen die auf diesen Zellen basierenden Messgeräte regelmäßig nach der Kalibrierung noch mit einem anderen Gas überprüft werden. Kalibriert man mit Luft, so prüft man üblicherweise mit reinem Sauerstoff, und umgekehrt.
- > Müssen Nitrox-/Sauerstoff- Flaschen in Deutschland
> erst ab 2008 mit einem anderen Ventil als 5/8" ausgestattet sein?
Nein, Flaschen mit 5/8"-Luftcodierung durften in Deutschland m.W. noch nie von Tauchbasen mit Nitrox oder Sauerstoff befüllt werden! Seit dem 21.November 2002 gibt es obendrein eine europaweite Norm für Nitrox- und Sauerstoff- Leichttauchgerüte. Laut dieser Norm dürfen für einen Übergangszeitraum von 5Jahren auch noch Ventile in den alten nationalen Ausführungen geliefert werden.
- > Ich habe einen Taucher gesehen, der einen normalen R5/8"-DIN Anschluß für Nitrox
> verwendete, soll ich dies auch tun und so meinen normalen Lungenautomaten direkt
> für Nitrox oder reinen Sauerstoff verwenden ?
Nein, blos nicht ! Seien Sie nicht so unvorsichtig Ihre normalen, für Luft gedachten Ventile und Lungenautomaten für ein anderes Gas zu mißbrauchen. Mehr hierzu finden Sie auf der Gas-Code Seite.
- > Warum brauche ich beim Umstieg von Pressluft auf Nitrox neue Automaten
> und vor allem, warum ein neues Jacket?
> Kann ich mit einem neuen Nitrox Automat auch wieder rückwärts Luft tauchen?
> Wo ist das technische Problem bzw. was ist der genaue Hintergrund?
> Ich habe irgendwie keine rechte Lust meine ganze Ausrüstung auszutauschen.
Damit es zu einem Brand kommt, müssen vier Vorraussetzungen gleichzeitig erfüllt sein:
- Sauerstoff (Luft, Nitrox)
- Zündenergie (Hitze) d.h. Aktivierungsenergie
- Brennstoff (Holz, Öl, Kunststoffe etc.)
- Mengenverhältnis zwischen Brennstoff, Luftsauerstoff und Zündenergie
Bei erhöhter Sauerstoffkonzentration brennen zahlreiche Materialien die in Luft von alleine verlöschen würden.
Dies liegt daran, daß bei erhöhtem O2-Anteil ein geringerer Prozentsatz der Verbrennungswärme für die Aufwärmung von Inertgasen verbraucht wird.
Auch Metall kann brennen! Spitzen, Dämpfe, Nebel und Stäube sind besonders leicht zu entzünden.
Die Aktivierungsenergie kann durch Druckstöße, Reibungswärme, Ladungstrennung (wie bei den Mehlstaub-Explosionen)
oder durch Oxidationswärme (wie bei den Kompost-Bränden) geliefert werden.
Bei Nitrox (bzw. Sauerstoff) kompartibler Ausrüstung handelt es sich um solche aus besonders gut geeigneten Werkstoffen.
Die Verwenung der richtigen Werstoffe alleine reicht jedoch nicht aus, sie müssem obendrein
Sauerstoff rein sein und bleiben, dürfen also nicht mit ungünstigen Stoffen verunreinigt werden.
Eine Gefahrenquelle kann so z.B. jede Komponente sein von der Öltröpfchen in das System eingebracht werden:
ein schlecht gewarteter oder untauglicher Kompressor, ein Füllschlauch in dem Fett / Ölpartikel mitgerissen werden,
ein verunreingter Füllanschluss usw..
Dies zeigt warum man eine Ausrüstung, die man für Nitrox/Sauerstoff verwenden will nicht auch,
mit potentiell ölversuchter Luft verwendet werden darf.
Natürlich darf man sie jedoch auch mit "Nitrox-21" (genauer mit Sauerstoff kompartibel aufbereiteter Luft) verwenden.
Beim Jacket sollte wohl eine angemessene Wartung genügen, beim Lungenautomaten könnte jedoch ein Neukauf
unter dem Strich die preiswertere Lösung sein, speziell wenn man vom DIN-Luft (5/8-Zoll) auf das Nitrox/Sauerstoff
signalisierende Gewinde wechselt.
- > Hy,
> habe ein Angebot für eine sauerstoffreine Alu-Stage zu bekommen,
> will diese aber als normale Pressluft- Rücken- Tauchflasche einsetzen.
> Einwände?
Das ist "Verschwendung", sonst: keine Einwände.
Verschwendung
- weil es normalerweise wenig
Sinn macht relativ austarierte, oder
sogar mit leichtem Aufrieb behaftete Flaschen
auf dem Rücken zu tragen und dies mit zusätzlichem
Blei zu kompensieren (Stichwort: Selbstrettung).
- weil die Sauerstoffreinheit zusätzliche Kosten verursacht
hatte. Der Einschlag "Sauerstoff-TG" muss dann auch
durch den für Druckluft-TG ausgetauscht werden,
was weitere Kosten verursacht.
Warum willst Du die Flasche nicht als Einstieg in die
Welt der optimierten Atemgase nutzen?
- > Ich möchte ein Kreislauftauchgerät kaufen, habe aber in einer Tauchzeitschrift gelesen
> eine gute Feintarierung ohne Benutzung Hände sei damit unmöglich.
> Was kann ich nun machen, ich wollte das Gerät zum Filmen verwenden ?
Keine Sorge, Ihr erster Schritt, vor der Anschaffung eines Kreislauftauchgerätes besteht darin eine Ausbildung zum Kreislauftauchgeräte-Taucher zu absolvieren. Fragen Sie also einfach welcher Ausbilder Sie auf welchem Kreislauftauchgerät darin ausbilden kann ohne Benutzung der Hände eine Feintarierung durchzuführen. Ich beherrsche diese Übung zum Beispiel auf LAR5, Atlantis-1/Dolphin, FGT-1 und IDA-71, außerdem habe ich ein Zubehörteil entwickelt das eine freihändige (fein-) Tarierung bei CCR-Rebreathern wie dem Buddy-Inspiration ermöglicht.
Mehr Informationen über Kreislauftauchgeräte finden Sie über den Index zu jenem Thema.
- > Ich habe in einer Tauchzeitschrift gelesen das SafeAir
> die Bezeichnung für ein Nitrox mit 50% Sauerstoff wäre,
> stimmt das ?
Nein, SafeAir® ist ein geschütztes Warenzeichen, erfunden von Ed Betts (ANDI).
Unter dieser Bezeichnung wird, von denjenigen die sie verwerten dürfen, Nitrox mit 22-50%Sauerstoff-Anteil, das bestimmte Qualitäts- Anforderungen erfüllt, vertrieben.
Man sollte auch aufpassen das man EAN50 (also Nitrox mit 50%Sauerstoff-Anteil) nicht als 50/50 bezeichnet, um Verwechslungen mit einem Trimix aus 50% Luft, 50% Helium, sprich (leicht gerundet) HeliAir10/50, von Anfang an zu vermeiden.
- > Ich habe in einer Tauchzeitschrift gelesen das beim Tauchen mit Nitrox
> die Entsättigung problematisch ist weil bei Nitrox der Stickstoff- Partialdruck
> auch an der Wasseroberfläche geringer ist als bei Preßluft und ich daher dort
> schnellstmöglich auf Luftatmung wechseln sollte. Stimmt das ?
Wäre das richtig, könnte man nicht so erfolgreich in der Behandlung von Dekompressionsunfällen auf Tabellen wie die COMEX30, also auf größtmögliche Differenz zwischen Stickstoff- Partialdruck im Körper und im Atemgas, setzen.
Sprich: der Autor dies Artikels hat wohl etwas gründlich mißverstanden.
Wenn es um die Gefahr des Ausperlens geht, so kommt es auf den Inertgas-Druck im jeweiligen Gewebe und den Umgebungsdruck an. Durch Erhöhung des Sauerstoff- Anteiles eine Senkung des Inertgas- Druckes im Atemgas zu erzielen bedeutet keine Gefahr in Sachen Dekompression, ganz im Gegenteil, daher ist O2-Gabe bei Dekounfällen eine EH-Maßnahme.
- > Warum schreibst Du immer ppO2 und nicht PO2 ?
Weil PO2 die chemische Summenformel von Phosphinat ist, während bei ppO2 wohl nicht nur aus dem Kontext heraus zu verstehen ist das "Partial Pressure of Oxygen" (Sauerstoff Teil-Druck) gemeint ist. Phosphor-Verbindungen sind im Bereich Umweltschutz- Süßwasser überaus relevant.
- > Warum soll ich vor dem Tauchen nicht Joggen etc. ?
Weil des durch Triggerung von Blasenkeimen, z.B. durch erhöhte
Strömungsgeschwindigkeit des Blutes an sklerotischen Ablagererung,
und durch Kavitationseffekte in Gelenkspalten zur Bildung von Mikroblasen/
Blasenkeimen kommt und so die Wahrscheinlichkeit beim anschließenden Tauchgang
einen Dekompressionsunfall zu erleiden ansteigt.
Laut Auskunft eines an einer einschlägigen Studie beteiligten Arztes
wurden Microblasen auch bei Nichttauchern nachgewiesen.
Ein andere Mechanismus ist die Flüssigkeitsverlagerung in die Muskulatur
bei Anstrengung, letzlich eine Art innere Dehydration.
Die Frage warum vor dem Tauchgang möglichst kein Sport betrieben werden soll
betrifft natürlich nicht nur das Tauchen mit Kreislauftauchgeräten.
- > Warum verwenden so viele Taucher Doppelflaschenpakete mit absperrbarer Brücke
> anstatt zwei verschiedene Gase, z.B. Preßluft und Sauerstoff auf dem Rücken zu tragen ?
Das ist eine Frage der Sicherheit, eine Verwechslung der Atemgase kann tödlich sein,
daher wäre es wirklich keine gute Idee zwei unterschiedliche Atemgase auf dem Rücken zu tragen.
Auf dem Rücken trägt man das Gas für den tiefen Abschnitt des Tauchganges,
in den Stages den/die Dekobooster.
Das Doppelflaschenpaket mit absperrbarer Brücke bedeutet das im Fall des Falles jeder einzelne Defekt isoliert werden kann.
Natürlich predige ich nicht das es eine Ausrüstung gäbe welche für jeden X-beliebigen Tauchgang optimal ist,
aber es gibt nun mal Konfigurationen die für viele Situationen anwendbar sind und so,
durch Einheitlichkeit und Routine, für die betreffenden Taucher
noch sicherer werden als sich ständig verändernde Indivuallösungen.
- > Wenn man nicht zwei verschiedene Atemgase auf dem Rücken tragen soll,
> wie ist das dann mit geschlossenen Kreislauftauchgeräten ?
Bei diesen Geräten atmet man im Normalbetrieb nicht offensystemisch, man muß dort also nur aufpassen das im sehr unwahrscheinlichen Fall eines Ausfalles keine Verwechslung erfolgt. Elektronisch gesteuerte Kreislauftauchgeräte bedeuten gewissermaßen "Instrumentenflug", welches Maß an Ausbildung und Zuverlässigkeit erforderlich ist, sowie welch hohes Maß an Sicherheit dann erreicht wird zeigt die Luftfahrt jeden Tag.
- > Warum soll beim Doppelflaschenpaket der Lungenautomat mit langem Schlauch
> auf der Seite der rechten Schulter sein und warum hängen Finimeter und Inflator
> an der anderen 1.Stufe ?
Weil es der LA am langen Schlauch ist aus dem man selber atmet
oder der Tauchpartner wenn man ihm aus einer Patsche hilft.
Dieser Automat sollte sich also tunlichst nicht zudrehen wenn man mal aus Versehen an die Decke kommt.
(Haupt-) Inflator und Fini hängen dann folgerichtig an der anderen 1.Stufe.
- > Wie lang sollen die Schläuche für die 2.Stufen der Lungenautomaten sein ?
Der lange Schlauch am Rückengas 1.8 bis 2.1 Meter, in Abhängigkeit von der Statur des Tauchers.
Der andere LA-Schlauch am Rückengas hat "normale" Länge (70 bis 80cm),
die an den Stages sind 1m bis 1.2m lang.
Die Schläuche an den Stages sollen so lang sein damit sie bei Benutzung den "langen Weg",
hinter dem Kopf vorbei, nehmen können und so auch bei ausgedehnten Dekostops keinen Kieferkrampf auslösen.
- > Warum so lange Schläuche ?
Weil gerade auch bei anspruchsvolleren Tauchgängen
eine Durchführung im Team zumeist zusätzliche Sicherheit bedeutet.
Jeder trägt die Sicherheitsreserve des Partners,
damit dieser dann auch an engen Stellen daraus atmen kann ist die "long Hose" so lang wie sie ist.
Auch wenn es nicht eng ist erleichtern lange Schläuche das teilen des Atemgasvorrates.
- > Wie lang soll der Finimeterschlauch bei einer Stage sein ?
Inclusive der Armaturen gemessen: 15 bis 20cm.
- > Nach welchen Kriterien soll ich die Stage(s) auswählen ?
Das Material der Flasche soll für reinen Sauerstoff zugelassen sein und
die Flasche (komplett mit Lungenautomat, Befestigungsmaterial etc.) gefüllt nicht zu viel Abtrieb haben.
Am besten Du probierst das Trimmverhalten vor dem Kauf aus,
z.B. mit Unterstützung durch einem befreundeten Taucher der bereits eine derartige Flasche sein Eigen nennt.
Stage bedeutet, in Analogie zu Raketenstufen, daß man so konfiguriert das es problemlos möglich ist diese Flasche unter Wasser ab- und anzulegen.
Wenn sich beim Anlegen der Stage(s) Tarierung und/oder Trimmung grundlegend ändern ist das, gelinde ausgedrückt, nicht gerade wünschenswert.
- > Wie lang soll der Inflator des Trockentauchanzuges sein ?
Nun, wenn Du mit Nitrox als Rückengas tauchst so ist dies ebensowenig
als Füllgas für den Trockentauchanzug geeigent wie Trimix oder Heliox,
es bietet sich dann an eine 1 bis 2.5 Liter Ponyflasche mit Argon zu verwenden.
Für den Inflator-Schlauch ist in dieser Konfiguration 60cm eine gute Länge.
Am Argon darf natürlich keine 2.Stufe hängen, also muß es es Überdurckventil für den Mitteldruck geben.
Außerdem ist es m.E. sinnvoll nur eine Sorte Mitteldruckschläuche zu verwenden:
"Lungenautomatenschläuche"
und diese per Adapter auch für die Inflator einzusetzen, denn dies sorgt für leichte Wartung,
hohe Verfügbarkeit und Sortenarmut.
- > Ich bin Tauchshopbetreiber und finde die technischen Daten
> mancher Dekocomputer ein wenig widersinnig:
> 22- 50% Nitrox, Einsatztiefe 150 mtr. !!?? Bis 150 mtr. dicht ??
> schaltet unterwegs in einen Tiefenmesser-Modus um, oder wie ??
> und dann ?? Wo liegt der tiefere Sinn ??
Hi,
man kann Dekoanzeigen ignorieren,
wenn man weiss das sie unsinnig sind,
weil man gerade Trimix taucht.
Es ist realtiv üblich die Compies auf z.B.
EAN50 zu stellen und dann Trimix
nach Tabelle, mit dem Compy als Trackingdevice,
mit den Zusatzfunktionen Tiefenmesser+Runtimer, zu fahren.
Solange das Teil nicht etwa piepst ist Alles im grünen Bereich,
denn das Piepsen ist ein Störfaktor und damit eine Gefahrenquelle.
Das Tauchcomputer, Taucheruhr, Taucherlampe, UW-Kameragehäuse auch auf
150m nicht nur dicht sind sondern uneingeschränkt funktionieren halte
ich für ein wichtiges Auswahlkriterium, schließlich ist diese Tiefe
durchaus realistisch für fortgeschrittene "Sporttaucher" mit Trimix-Schein,
und für alle anderen Taucher sind robuste Gerätschaften ebenfalls
von Vorteil.
Nitrox-Index
http://Rebreather.de/nitrox/faq.html © Karl Kramer, 16.11.1998, 5.2.2000, 6.3.2004