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Sedimentaufwirbelung

durch Fische, Badegäste, Taucher etc.

und die Auswirkungen auf das Gewässer

 

Beim Tauchen wird sehr großer Wert auf die Vermeidung von Sedimentaufwirbelung gelegt, und dies nicht ohne Grund. Tauchen ist für die Meisten eine Form der Naturbeobachtung, des Naturschutzes. Die Devise lautet: tauche wie dein Schatten, hinterlasse keine Spuren.

Jede Sedimentaufwirbelung in typischen Binnengewässern bedeutet ein Aufwirbeln des sogenannten Seerzes, einer Phosphorverbindung. Ganz abgesehen von der physikalischen Wirkung, der Trübung des Wassers mit all ihren Konsequenzen: die aufgewirbelte Phosporverbindung düngt planktische Algen.

Man dachte lange Zeit, daß das wasserunlösliche Seerz lediglich eine physikalische Wirkung hätte und so Schädigungen für das Gewässer nur von dem auf Pflanzen, makroskopische Algen, Muscheln etc. wieder herabrieselnden Sediment sowie der Wassertrübung ausgehen, daher kann man jene These noch in einigen Lehrbüchern antreffen.

Den Beweis für die düngende Wirkung des aufgewirbelten Sedimentes erbringt erstmals das von mir vorgeschlagene und erprobte Aquarienexeriment.

Versuchsbeschreibung: man bedeckt den Boden eines Aquariums mit oxidiertem Sediment (oder der Einfachheit halber mit gewaschener Gartenerde) und füllt es mit Wasser, inclusive einem Liter aus einem See, auf. Dann sorgt man über einige Wochen für gleichbleibende Umgebungseinflüsse wie Licht, Temperatur, Wasserstand.
Dann mißt man die Dichte der planktischen Algen, z.B. durch Messung des von ihnen unter Lichtabschluß verkonsumierten Sauerstoffs (BSB2-Messung) und wiederholt dies 1 bis 2 Tage nachdem man ein wenig Sediment aufgewirbelt hatte.

 

Von einem tröpfelten, also gleichmäßig über die Woche und gleichmäßig über den Tag verteilten, mäßigen Tauchbetrieb wird bei gut ausgebildeten, eifrig im Schwimmbad trainierenden Tauchern kaum ein Einfluß auf das Gewässer ausgehen. Ein großes Gewässer kann natürlich mehr Tauchern als Trainingstätte und Beobachtungsrevier dienen als ein kleines.

Der Einfluß eines guten Tauchers auf das Gewässer ist weit geringer als der eines gründelnden Karpfens.

Eine Selbstverständlichkeit sind regelmäßige Gewässeruntersuchungen, im Interesse der Selbstregulation. Seltener als einmal im Monat zu messen macht keinen Sinn, wenn man die Messung mit anderen Daten wie Fischbesatz (ggf. Futtermenge), Badebetrieb, Tauchnutzung etc. korrelieren will. Da jede Nutzung, ganz gleich ob Angeln, Baden, Tauchen oder Vogelschutz einen Einfluß auf das Gewässer hat ist eine Zusammenarbeit unerläßlich. Im Team kann man durch richtige Nutzung nicht nur Schäden vermeiden sondern sogar wieder in Ordnung bringen.

Karl Kramer © 26.08.97 Karl Kramer



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