Kosten für die Anschlussstelle Wetzlar/Dutenhofen und Heuchelheim Süd im Bereich Hoppenstein/Wetzlarer Straße (Gemarkung Allendorf) in der Stadt Gießen Die Wahl der Variante E durch die Hessische Straßenbauverwaltung basiert auf einem Variantenvergleich von 1994, der auf Wunsch der Stadt Gießen durchgeführt wurde. Dieser Vergleich endet mit folgender Feststellung der Straßenbauverwaltung zur verworfenen Variante H1: "Obwohl die umweltfreundlichste, dürfte diese Variante aus Kostengründen mit Sicherheit auszuscheiden sein (Mehrkosten von rund 100 Mio. DM)". Nun stellte sich auch während der Anhörung zum Planfeststellungsverfahren heraus, dass die Bahn bei der verworfenen Variante H1 u.a. auf ein neues Stellwerk in Höhe von 26 Mio. DM verzichten kann und dass das notwendige Bauwerk zur Unterfahrung einer eingleisigen Strecke in Höhe von 23 Mio. DM durch ein deutlich billigeres Bauwerk ersetzt werden kann. Auf der anderen Seite wurden bei der ausgewählten Variante E Kosten vergessen: So konnte die Vertreterin der Straßenbauverwaltung während der Anhörung die Gesamtkosten für Erdarbeiten und Entwässerung (Position "Untergrund, Unterbau und Entwässerung") in Höhe von nur 6,865 Mio. DM + MwSt nicht erklären. Die Undurchschaubarkeit dieser Baukosten gehen u.a. aus folgendem Beispiel hervor: Die Straßenbauverwaltung gibt im ihrem Bauwerksverzeichnis zur gewählten Variante E die Erdmassen des mindestens 14 m hohen und ca. 80 m breiten Dammes im Bereich des Kleebachs mit 120.000 m3 an. Nimmt man den Einheitspreis aus der Kostenermittlung für die "nicht gewollte" Variante H1 aus dem Variantenvergleich 1994 von DM 60.-/m3 + MwSt zu Hilfe, so ergibt dies Baukosten allein für diesen Damm von 7,2 Mio. DM + MwSt. Vergleicht man diese Kosten mit den beim Variantenvergleich 1994 berücksichtigten - und auch heute noch für richtig erklärten - 6,865 Mio. DM + MwSt., so kommt man zwangsläufig zu der Feststellung, dass die Kosten für die restlichen fünf großen Dämme, für die Einschnitte, den Mutterbodenab- und -auftrag sowie die gesamte Entwässerung vergessen wurden. Die auf der einen Seite deutlich zu hoch (Variante H1) und auf der anderen Seite (Variante E) deutlich zu niedrig angesetzten Kosten führten 1994 zu der oben genannten Entscheidung, die umweltfreundlichste Lösung fallen und die mit gravierenden Mängeln versehene Variante E ausführen zu lassen. Zur Reduzierung der Kosten für die abgelehnte Variante H1 wurden an der Fachhochschule Gießen-Friedberg u.a. die Variante FH3 entwickelt, die neben geringeren Kosten die Nachteile bezüglich Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Eingriffe in Natur und Landschaft vermeidet bzw. deutlich reduziert. Statt der vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen Schotten auch heute noch angesetzten ca. 43 Mio. DM sind für die Variante E - ohne die Kosten für die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen in Fronhausen bei Marburg - ca. 118 Mio. DM erforderlich. Die Variante FH3 kommt auf Baukosten von ca. 78 Mio. DM einschließlich der Kosten für die Beseitigung des Bahnübergangs. Zum "Größenvergleich": Die Mehrkosten der Variante E gegenüber der FH-Variante von 40 Mio. decken sich genau mit dem Haushalts-Anteil des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft und Verkehr, welcher für Straßenbaumassnahmen im Jahre 2000 für ganz Hessen zur Verfügung steht. Mögliche Fragen anläßlich der Bürgerversammlung zur Variante E 1. Wie lang ist der Damm der Anstiegsrampe im Zuge der L 3359 (Heuchelheim- Allendorfer Wäldchen)? Antwort : 300 m- ergibt sich aus der Endhöhe 18 m und der Steigung 6%. 2. Wo endet dieser Damm ? Antwort : in 300 m Entfernung von der B 49 befindet sich das Gebäude der Segel- und Surf- Schule. 3. Wie weit ist es vom Beginn der zukünftigen E- Rampe bis zur Rampe der Lahn-Brücke ? Antwort : ca. 300m. 4. Ist Ihnen bewusst, daß zukünftige Hochwasser, die auf der linken Lahn-Seite nur noch die halbe Breite für ihre Strömung vorfinden, verstärkt auf die Heuchelheimer Seite ausweichen ? 5. Ist Ihnen bewußt, dass die FH- Varianten keine hohen Rampen- Dämme in Richtung Heuchelheim brauchen und deshalb keine zusätzliche Hochwassergefahr für Heuchelheim erzeugen ? 6. Welche Verkehrsentlastung sagt das Gutachten des Planungsbüros Dorsch-Consult für Heuchelheim voraus ? Antwort : 10 % für die Gießener Straße. 7. Haben Sie über die möglichen, wahrscheinlich weit höheren Verkehrsentlastungen für Heuchelheim der FH- Varianten nachgedacht? 8. Halten Sie es für möglich, daß die Baukosten (angeblich 42 Mio DM) der Variante E mit der offensichtlich größeren Baumasse weit niedriger sein können als die der alten Variante H1 und der FH-Varianten? 9. Halten Sie es für wahrscheinlich, dass der Hessische Minister für Verkehr nach von ihm bereits zugesagter Überprüfung der Kosten der Realisierung der Variante E zustimmen wird, welche obendrein gegen das Hessische Naturschutzgesetz verstößt, zumal er sich dann wahrscheinlich des Vorwurfs der Verschwendung von Steuergeldern aussetzt? 10. Wie kann die Realisierung einer Variante, gegen welche die Stadt Gießen (auf deren Gema6rkung ca. 960 % der Variante E liegen würde) eine Klage angekündigt hat, schneller möglich sein als die anderer Varianten mit weit geringerem Flächenverbrauch und vergleichsweise geringen Eingriffen in Natur und Landschaft, welche im Einklang mit dem Hessischen Naturschutzgesetz steht und gegen die niemand klagen will (H1 undFH sowie mögliche Kombinationen). . - 3 - Februar 22, 2000