Thin Client

Aus Wikibag

Wechseln zu: Navigation, Suche
Überblick über Schichtenarchitekturen, geordnet nach Aufgabenbereichen der Clients

Thin Client (engl. wörtlich "dünner Dienstnutzer", inhaltlich bezogen auf Client-Server-Modell) bezeichnet innerhalb der elektronischen Datenverarbeitung eine Anwendung oder einen Computer als Endgerät (Terminal) eines Netzwerkes, dessen funktionale Ausstattung auf die Ein- und Ausgabe beschränkt ist.

Damit steht der Thin Client zwischen dem Konzept des Fat Client und dem des Ultra Thin Client. Ein Fat Client ist neben der Ein- und Ausgabe auch für die Verarbeitung der Daten zuständig. Lediglich zur Kommunikation und Datenspeicherung werden Dienste eines Servers genutzt. Ultra Thin Clients dienen nur dazu Daten auszugeben.

Inhaltsverzeichnis

Thin-Client-Arbeitsplatzgeräte

Für den Betrieb einer Thin-Client-Anwendung wird weniger Hardwareleistung als für den Betrieb einer Fat-Client-Anwendung benötigt. Sie stellen lediglich die Benutzerschnittstelle dar, die Datenverarbeitung erfolgt durch einen Server. Beispiele für Thin-Client-Anwendungen sind Web-Browser oder Anwendungen für den Zugriff auf Terminalserver. Bei der Nutzung eines Terminalservers werden alle Eingaben über ein spezielles Protokoll (X Window System, Remote Desktop Protocol (RDP), Citrix XenApp ICA) an den Terminalserver gesendet. Seit 2008 haben ebenfalls Virtualisierungstechnologien (Virtualisierung (Informatik)) wie Hyper-V, Citrix XenDesktop und VMWare View an Bedeutung gewonnen, diese stellen eine weitere Einsatzmöglichkeit für Thin Clients dar und erlauben nun eine sehr individuelle und zentrale Bereitstellung von Arbeitsumgebungen.

Auf dem Server bzw. den virtualisierten Desktop werden die Eingaben verarbeitet und die Ausgabe wird zurück zum Client geschickt, der diese nur noch anzeigen muss. Die aktuellen Generation der Terminalserver- bzw. Virtualisierungslösungen erlauben ebenfalls nun die Nutzung von Hardware über einen Drucker hinaus und arbeiten mit optimierten Methoden zur Wiedergabe von Audio bzw. Videodaten.

Typische Thin Client Betriebssysteme basieren dabei auf Linux, Windows CE oder Windows Embedded Standard (Win32) und sind durch Schreibfilter vor Manipulationen durch User bzw. auch Viren und ähnliches geschützt. Einige Hersteller erlauben darüber hinaus die zentrale Bereitstellung von Systemanpassungen um z.b. Gerätetreiber, Hintergrundbilder usw. zu installieren.

Spezielle Geräte, die für den Betrieb von Thin-Client-Anwendungen vorgesehen sind, werden oftmals als Thin Client bezeichnet. Für diese Thin Clients gibt es keine eindeutige Definition, in der Regel wird darunter ein Desktop-Computer ohne bewegliche Teile, beispielsweise Festplatten, CD-Laufwerke oder Lüfter, verstanden die über eine zentrale Verwaltungssoftware konfiguriert und verwaltet werden können.<ref name="fraunhofer">Vorlage:Literatur</ref>

Hersteller von Thin Clients

Hewlett-Packard Thin Client (Modell T5700)

Laut einer IDC-Studie aus dem Jahr 2006 wird der weltweite Markt für Thin-Client-Arbeitsplatzgeräte von den Firmen Wyse Technology und Hewlett-Packard dominiert. Diese beiden Firmen erreichen einen Marktanteil von gut 70 %.<ref name="idc">Vorlage:Literatur Anmerkung: Im Jahr 2007 übernahm HP den Mitbewerber Neoware </ref> Weitere Hersteller von Thin Clients sind Sun Microsystems, IGEL Technology (Marktführer in Deutschland), Chip PC, Rangee, Devon IT, Athena oder LISCON, Fujitsu Technology Solutions, LuniLogic und Andere.

Vor- und Nachteile

Der größte Vorteil von Thin Clients gegenüber Fat Clients ist der einfachere Betrieb. Auf den Thin Clients läuft nur die Software, die für den Zugriff auf zentral betriebene Anwendungen benötigt wird. Diese Basissoftware kann unabhängig von den Anwendungen, die tatsächlich genutzt werden, einheitlich betrieben werden. Ein Ansatz hierzu ist die Nutzung von Konfigurations-Images, die, nachdem sie erstellt wurden, an die zu konfigurierenden Thin Clients verteilt werden. Dies ermöglicht außerdem ein sehr einfaches Management durch zentrale oder dezentrale Steuerungssysteme. Aufgrund des einfacheren Betriebs sind Thin Clients kostengünstiger als konventionelle PC. Darüber hinaus sind Thin Clients, durch den Verzicht auf bewegliche Teile, etwas kostengünstiger zu betreiben.

Unter dem Schlagwort Green IT rücken zwei weitere Vorteile in den Vordergrund: Der Einsatz von Thin Clients, inklusive der verwendeten Server, benötigt 20 % weniger Strom als die Nutzung konventioneller Systeme. Die Nutzungsdauer eines Thin Clients beträgt durchschnittlich sieben Jahre, ein konventioneller Desktop wird drei bis vier Jahre genutzt.<ref name="forrester">Vorlage:Literatur </ref>

Trotz dieser Vorteile werden Thin Clients zur Zeit relativ wenig eingesetzt. Im Jahr 2008 wurden in Europa 27 Millionen Desktop-PCs und 1,2 Millionen Thin Clients verkauft.<ref name="fraunhofer" /> Dies liegt an den Nachteilen, die der Einsatz von Thin Clients mit sich bringt: Grafiklastige Anwendungen lassen sich nicht sinnvoll ausführen, wenn das Netz die Datenmenge nicht schnell genug verarbeiten kann oder wenn Anwendungen beschleunigte Grafikkarten voraussetzen, die auf Thin Clients selten vorhanden sind. Die meisten Anwendungen werden für Fat Clients programmiert. Oftmals ist der Betrieb von Anwendungen auf Servern durch Lizenzbestimmungen verboten und erfordert zusätzliche und meist kostspielige Genehmigungen des Softwareherstellers, die zudem nicht in jedem Fall gewährt werden. Thin Clients können ohne Netzwerkverbindung nicht genutzt werden. Für mobile Nutzer sind sie daher nur eingeschränkt nutzbar.

Aufgrund neuer Technologien auf Serverseite und der zunehmenden besseren Virtualisierungtechnologie ist es jedoch absehbar, dass der Marktanteil von Thin Clients sich stetig steigern wird. Dies wird letztendlich auch durch steigenden Kostendruck und den zunehmend komplexeren Arbeitsumfeldern in Unternehmen begünstigt. Somit ist der Thin Client in standardisierten Arbeitsumfeldern mit einer hohen Arbeitsplatzanzahl eine echte Alternative zum normalen PC.

Siehe auch

Weblinks

Persönliche Werkzeuge